Samstag 19 Mai 2012
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Gründung KFA Südthüringen
Grünes Licht für neunte Fußball-Ehe
Die Kreisfußballausschüsse (KFA) Sonneberg und Hildburghausen sind vereint - zum KFA Südthüringen. Zwar gibt es ein allseits klares "Ja, ich will" zur Fußball-Ehe. Doch der Weg zum Altar ist mit kleinen Stolpersteinen gepflastert.

Erstaunlich oft ging eine große Mehrheit der grünen Wahlkarten am Samstag
zur Gründung des KFA Südthüringen im Eishäuser Kulturhaus in die Höhe.


von Lars Fritzlar

Eishausen - Schiedlich-friedlich war dieser Zusammenschuss von offizieller Seite gewollt. Indes schienen einige der Delegierten nicht kampflos diesem Zusammenschluss zustimmen zu wollen. Der zweifellos verzeihbare Patzer von Wahlleiter Arno Schmidt drückte wohl die Stimmungslage im Eishäuser Kulturhaus am Samstag aus: Der Gleichamberger hatte die 97 Wahlberechtigten zur Kampfabstimmung um den Posten des Spielausschussvorsitzenden um Zustimmung gebeten - und dabei ungewollt eine Doppelspitze der beiden kandidierenden Herren, Manfred Brehm (Bedheim) und Mario Kluck (Effelder), ins Gespräch gebracht. Einen Wimpernschlag später korrigierte sich Schmidt jedoch und leitete sofort die satzungsgemäß korrekte, geheime Wahl, also die per Stimmzettel, ein. Diese Abstimmung fiel allerdings eindeutig zugunsten Brehms aus, der 64 gültige Stimmen für sich verbuchte, während Kluck nur 26 Mal angekreuzt worden war. Die weiteren Posten im neuen Vorstand des KFA wurden dann aber doch schiedlich-friedlich, mit breiter Mehrheit und meist nur einer Enthaltung oder Gegenstimme, vergeben (gewählt) - darunter der des Vorsitzenden, den Dittmar Börner (Hetschtbach) bekleidet. Denn es gab für die anderen Ämter auch jeweils nur einen Kandidaten.

Neues Gebilde, neuer Name

Auch für den neuen, gemeinsamen Namen - Kreisfußballausschuss Südthüringen - gaben die Wahlberechtigten Grünes Licht, zeigten also zur Abstimmung ihre grüne Karte. Damit ist eine in Thüringen notwendige gewordene Strukturveränderung beinahe komplett abgeschlossen. Der KFA Südthüringen gehört zu den neuen, insgesamt neun KFA im Freistaat; die aus bislang 21 gebildet wurden, allerdings ist er auch der kleinste. Denn im Vergleich zum mitgliederstärksten KFA Mittelthüringen (13 800) bringt es die neue Fußball-Ehe im Süden gerade einmal auf zirka 6650 Seelen.

Ein bisschen Wehmut war dem scheidenden KFA-Chef Sonnebergs, Jürgen Reinmann (Steinach), schon anzusehen, als er in Eishausen zum Rednerpult schritt. In den Morgenstunden dieses Samstags hatte er nämlich in seinem Heimatort selbst die Auflösung des alten Gremiums abwickeln müssen. Ebenso war es Reinmanns Pendant Dittmar Börner in Eishausen mit dem KFA Hildburghausen gegangen. Doch Börners Mitstreiter zeigten deutlich größeres Interesse an den neu zu vergebenden Ämtern.

"Ich habe Respekt vor denen, die sich heute zur Wahl stellen", gestand Reinmann, der selbst nicht mehr zur Wahl angetreten war, ein. Er könne allerdings nicht nachvollziehen, dass sich nur wenige Sonneberger der neuen Verantwortung stellen wollen. In Anbetracht dieses Desinteresses könne von Einverleibung - dieses Wort machte im Vorfeld die Runde - also nicht die Rede sein. Immerhin: Fortan gibt ein Quartett (Jens Krauße, Peter Götte, Helmut Höhn und Torsten Ihle) dem Altkreis Sonneberg im KFA Südthüringen eine Stimme.

Apropos Stimme: Sonnebergs Stimmen wurden am Samstag in Eishausen kräftig strapaziert. Galt es doch, neben der Wahl des KFA-Vorstandes auch die Mitglieder der einzelnen Ausschüsse zu wählen. In diesem Punkt war Regelkenntnis erneut gefragt, denn grüne Karten durften nur gezeigt werden, wenn keine Kampfabstimmung anstand. Diese war nur nötig geworden, wenn die Maximalzahl der Ausschussmitglieder überschritten wurde. Just im Kampf um die Besetzung des wohl machtvollsten Ausschusses, dem Spielausschuss, herrschte dann erneut Tohuwabohu.

Erstens: Dr. René Söllner (Hellingen) hatte am Wahltag seine Kandidatur aus beruflichen Gründen zurückgezogen. Zweitens: Mario Kluck war nach seiner Niederlage im Kampf um den Vorsitz im Spielausschuss nun erneut ins Rennen gegangen. Drittens: Hubert Schüler (Einsiedel) kandidierte nun ebenfalls als Spielausschussmitglied. Er zog aber gleichfalls sein Einverständnis zurück, im neuen Jugendausschuss mitarbeiten zu wollen.

Komplizierter Vorgang

So musste die Wahlkommission erneut Stimmzettel drucken, diese verteilen, anschließend per Wahlurne einsammeln und auszählen lassen. Der straffe Zeitplan schien über den Haufen geworfen zu sein, zumal das weitere Abstimmen über die Besetzung anderer Ausschüsse deshalb nicht so einfach möglich war. Der Grund: Um jedem Nichtgewählten die Möglichkeit zu geben, sich anschließend für eine andere Ausschussmitarbeit zu bewerben, einigten sich die Delegierten auf eine Raucherpause.

Die wenigen Minuten brachten heiße Luft für die einen und frische für die anderen. Die kurze Pause entflocht aber in den Köpfen der Anwesenden nicht den komplizierten Wahlvorgang. Zwar waren nun Rolf Fritschler (Hildburghausen), David Gumpricht (Sonneberg), Wolfgang Rößler (Heßberg) und Mario Kluck in den Spielausschuss gewählt worden, doch der unterlegene Hubert Schüler erklärte sich auf Anfrage bereit, doch wieder als Mitglied für den Jugendausschuss kandidieren zu wollen. Wenigstens bedurfte es dazu keiner Kampfabstimmung, denn die zulässige Maximalzahl der Ausschussmitglieder war noch nicht erreicht.

Bedauerlich war nur, dass die aus Sicht der Trainer hellsten Köpfe der beide Landkreise im neuen Qualifizierungsausschuss nicht, wie erwünscht, vereint wurden. Vorgeschlagen waren neben dem Vorsitzenden Peter Götte (Sonneberg) als Mitglieder Christian Häusler (Steinach) und Jens Koch (Fehrenbach) - allesamt waschechte Fußballlehrer mit A-Lizenz. Der nicht anwesende Jens Koch hatte mündlich seine Zustimmung erteilt, doch satzungskonform war dies nicht. Da - wie von der Wahlkommission gefordert - kein schriftliches Einverständnis Kochs vorlag, konnte nur Häusler gewählt werden.

Am Ende verzerrten die kleinen Aufreger das Gesamtbild dieser Wahl etwas. Denn die Beteiligung - aus Hildburghausen waren fünf, aus Sonneberg sechs Delegierte nicht anwesend - war erstaunlich hoch, die Abstimmungsergebnisse kreisübergreifend eindeutig, das Wahlvolk enorm diszipliniert. Dies lobte auch Dittmar Börner, der neue erste Mann im KFA Südthüringen. Börner machte aber keinen Hehl daraus, dass nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen sei. "Sicher wird es Anlaufschwierigkeiten geben", meinte er. Seinen Schwur zur Amtseinführung, sich fortan verstärkt an der Basis blicken zu lassen und deren Probleme kennenzulernen, notierten sich besonders die Sonneberger Vertreter ganz dick in ihre Notizbücher.


Der neue Vorstand des KFA Südthüringen (v.l.n.r.): Hans-Jürgen Schmidt (Schönbrunn/Jugendausschuss), Dittmar Börner (Hetschbach/Vorsitzender), Günter Both (Gleichamberg/Kassenwart), Manfred Brehm (Bedheim/Spielausschuss), Jens Krauße (Neuhaus/Stellvertreter), Eugen Frühauf (Waldau/Sportgericht), Torsten Ihle (Sonneberg/Ehrenamt), Ralf Kirchner (Waffenrod/Öffentlichkeitsarbeit), Hubert Schüler (Einsiedel/Breitensport), Peter Götte (Sonneberg/Qualifizierungsausschuss), Helmut Höhn (Mupperg/Frauen- und Mädchenfußball) und Axel Reder (Gleichamberg/Schiedsrichterausschuss).

 
KFA Südthüringen

Vorsitz:
Dittmar Börner (Hetschbach)

Stellvertreter:
Jens Krauße (Neuhaus)

Spielausschuss:
Manfred Brehm (Bedheim/Vorsitz), Rolf Fritschler (Hildburghausen), David Gumpricht (Sonneberg) Mario Kluck (Effelder), Wolfgang Rößler, Wolfgang (Heßberg)

Jugendausschuss:
Hans-Jürgen Schmidt (Schönbrunn/Vorsitz), Mike Bräutigam (Katzberg), René Köhler (Lauscha), Harald Saske (Ummerstadt), Hans-Dieter Schneider (Ehnes), Hubert Schüler (Einsiedel), Matthias Schulz (Sonneberg)

Schiedsrichterausschuss:
Axel Reder (Vorsitz), Detlef Glauner (Sachsenbrunn), René Liebermann (Hildburghausen), Gunter Lindner (Heßberg), Tino Menzel (Gompertshausen), Reinhard Meusel (Neuhaus-Schierschnitz), Denny Schmidt (Haina)

Breitensportausschuss:
Hubert Schüler (Einsiedel/Vorsitz), Ralf Eichhorn (Theuern), Thomas Zinn (Eisfeld)

Kassenwart:
Günter Both (Gleichamberg)

Qualifizierungsausschuss:
Peter Götte (Sonneberg/Vorsitz), Klaus Fischer (Sonneberg), Christian Häußler (Steinach)

Frauen- und Mädchenfußball:
Helmut Höhn (Mupperg/Vorsitz), Thomas Kühner (Roth), Conny Walter (Sonneberg)

Öffentlichkeitsarbeit:
Rolf Kirchner (Sachsenbrunn)

Ehrenamt:
Torsten Ihle (Sonneberg/Vorsitz), Robert Beyer (Hellingen)

Sportgericht:
Eugen Frühauf (Waldau/Vorsitz), Klaus-Peter Bock (Merbelsrod), Frank Schubert (Waldau), Kurt Steiner (Schalkau), Peter Wagenschwanz (Dingsleben), Albrecht Wirsing (Veilsdorf), Steffen Zinner (Schalkau)

Kassenprüfer:
Klaus Kummer (Hinternah), Heidi Möhring (Sonneberg), Lothar Peter (Milz)

Quelle: Freies Wort vom 30.01.12