SC 07 Schleusingen e.V.
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Hallenkreismeisterschaft Endrund AK35 - 16.02.2020

Immer wieder Strafstoß

Die über 35-Jährigen der Spielgemeinschaft aus Schleusingen und Waldau holen sich in der Werratalhalle den Hallenpokal Schwarzbacher Schlossbrauerei. Die Favoriten aus Hildburghausen und Veilsdorf enttäuschen.

Von Ulrich Hofmann
Hildburghausen – Die SG Schleusingen/Waldau holte sich den diesjährigen Hallenpokal der Schlossbrauerei Schwarzbach in der Altersklasse über 35 Jahre. Die Burgstädter mussten aber auf dem Weg zum Titel gleich zweimal ins Neunmeterschießen. Allerdings waren Treffer bei den Auftritten der Crew aus Schleusingen und Waldau auf dem Hallenparkett garantiert. Die Schleusinger haben sich ihren Erfolg teuer „erkaufen“ müssen, denn Sandro (Anm. der Red.: Sascha) Stüß zog ich im letzten Spiel eine schwere Verletzung im Schultergelenk zu und musste am Sonntagabend sogar noch in die Notaufnahme gebracht werden.
Zwei große Überraschungen gab es schon in der Vorrunde. Die in den vergangenen Jahren in dieser Altersgruppe dominierenden Mannschaften aus Hildburghausen und Veilsdorf waren hier schon raus. Während die SG Hildburghausen/Reurieth alle drei Vorrundenbegegnungen verlor, hatte die SG Veilsdorf/Heßberg das Weiterkommen im entscheidenden Spiel gegen die SG Mengersgereuth-Hämmern/Sonneberg-West in der eigenen Hand. Torsten Friedrich vergab hier einen Handstrafstoß zum möglichen 2:2-Ausgleich. Er setzte das Leder neben das Tor. Und nach dem 1:3 war der Titelverteidiger schließlich raus.
Im Halbfinale zwischen Schleusingen und Themar wogte das Geschehen hin und her. Der spätere Titelträger verspielte hier zunächst eine 4:2-Führung und musste acht Sekunden vor der Schlusssirene noch den Ausgleich hinnehmen. Beim Stande von 4:3 hatte zunächst der Schleusinger Martin (Anm. der Red.: Manuel)  Reckihn nach einer strittigen Situation ein Handspiel zugegeben. Eine sportlich faire und auch nachahmenswerte Geste. Den Freistoß konnte Themar zunächst aber nicht nutzen. Über Umwege landete der Ball aber dann doch noch im Tor. Dies bedeutete Verlängerung vom Strafstoßpunkt. Im fünften Schützenpaar hielt schließlich Christian Enders den entscheidenden Neunmeter von Tobias Schippel.
Im Endspiel führten die Schleusinger nach drei Minuten schon mit 2:0. Aber auch diesen Vorsprung schenkten die Burgstädter noch her. Und so musste auch hier die Entscheidung vom Strafstoßpunkt fallen. Nach zwei Fehlversuchen der Unterländer war es dann Andreas Klose, der seinen Strafstoß sicher und überlegt ins untere rechte Eck versenkte. Klose wurde am Ende mit acht Treffern auch als bester Torschütze geehrt. Er war in jedem Spiel seiner Mannschaft erfolgreich und gegenüber dem Vorjahr ausgesprochen effektiv. Denn vor zwölf Monaten war der Goalgetter der Schleusinger nicht ein einziges Mal erfolgreich gewesen. Da hatte er nicht einmal vom Neunmeterpunkt getroffen. Doch diesmal lief es wie geschmiert.
Das 4:4 im Halbfinale war noch nicht das torreichste Spiel. Denn in der Vorrunde gab es im Aufeinandertreffen zwischen Schleusingen/Waldau und Hildburghausen/Reurieth gleich neun Treffer. Hildburghausen ging durch den einzigen Kopfballtreffer dieser finalen Runde von Dirk Drescher in Führung. Aber Christian Zetzmann gab nur 34 Sekunden später die Antwort. Hildburghausen/Reurieth legte aber durch den Doppelschlag von Martin Gleicke und Paul Staffel zum 3:1 nach. In den verbleibenden vier Minuten drehte der spätere Meister aber dieses Match noch. Dabei ließ er sich auch nicht vom nochmaligen Ausgleichstreffer von Steffen Wieland aufhalten.
Die beiden Halbfinalbegegnungen verliefen recht unterschiedlich. Während Schleusingen und Themar ins Entscheidungsschießen mussten, dominierte Heldburg/Westhausen gegen Mengersgereuth-Hämmern/Sonneberg-West recht deutlich. Bis zur Mitte der Turnierbegegnung stand es 0:0. Dann fiel der Führungstreffer der Unterländer – allerdings überaus kurios: Ronny Kremps fing einen Flankenball der Heldburger mit beiden Händen ab. Anschließend legte er das Leder vor sich ab und suchte eine Anspielstation. Dies dauerte und dauerte. Schlitzohr Michael Richter lief den Keeper an. Als dieser nicht reagierte, schob Richter das Leder ohne Gegenwehr und auch ohne Probleme ins Tor. Da der Ball natürlich im Spiel war, musste der Treffer auch Anerkennung finden. Von diesem Rückschlag erholte sich die Sonneberger Crew nicht mehr.

Quelle: Freies Wort vom 17.02.2020


In der engeren Auswahl bei der Wahl zum besten Turnierspieler standen Christian Zetzmann (Schleusingen) und Tobias Schippel (Themar). Die Wahl fiel auf den Themarer und wurde auch von der Turnierleitung begründet: Zetzmann sei zwar spieltechnisch besser gewesen, dafür habe Schippel von der ersten bis zur letzten Spielminute aktiver gewirkt und war auch mit fünf Torerfolgen einen Treffer besser als der Schleusinger Mannschaftskapitän.
Auch wenn die SG Lauscha/Neuhaus mit null Punkten durch die Vorrunde marschierte und am Ende „nur“ auf Rang sieben landete, so darf die Leistung der Gemeinschaft vom Rennsteig nicht nur mit Zahlen interpretiert werden. Immerhin schockte sie im Entscheidungsschießen um Platz sieben die enttäuschenden Hildburghäuser, die ehemals höherklassig spielende Routiniers aufgeboten hatten. Die Gäste vom Wald beeindruckten zwar mit Spielverständnis, ihnen fehlte aber vorne ein Vollstrecker. Große Geste, kleine Bedeutung: Die einstige Rivalität zwischen Hildburghausen und Veilsdorf war zur Endrunde eher nebensächlich, genau wie das Abschneiden der beiden Mannschaften.

Stimmen
Gunter Lindner (Vorsitzender des Breitensportausschusses im Kreisfußballausschuss Südthüringen): Bei einem fairen Turnier haben sich die Favoriten durchgesetzt – außer vielleicht Veilsdorf/Heßberg. Die SG hat ihre Fans ziemlich enttäuscht und sogar noch das Strafstoßschießen um Platz fünf verloren. Schleusingen hatte die beste Offensive und steht deshalb verdient ganz oben.

Andreas Klose (SG Schleusingen/Waldau): Auch wenn wir es immer wieder spannend gemacht haben, am Ende geht unser Erfolg in Ordnung. Wir haben viele Tore geschossen, aber leider auch wirklich zu viele Gegentreffer kassiert. Den Zuschauern hat dies sicherlich gefallen, uns weniger. Trotzdem: Ein 5:4 ist mit Sicherheit spannender als ein schmuckloses 1:0.

Alte Herren/Altersklasse 35
Endrunde um den Hallenpokal der Schlossbrauerei Schwarzbach in Hildburghausen (Werratalhalle)

Vorrunde A:
Mengersgereuth-Hämmern/Sonneberg-West – Schleusingen/Waldau   2:3
Hildburghausen/Reurieth – Veilsdorf/Heßberg                                         1:4
Mengersgereuth-Hämmern/Sonneberg-West – Hildburghausen/Reurieth   2:0
Veilsdorf/Heßberg – Schleusingen/Waldau                                        3:3
Schleusingen/Waldau – Hildburghausen/Reurieth                               5:4
Veilsdorf/Heßberg – Mengersgereuth-Hämmern/Sonneberg-West            1:3

SG Schleusingen/Waldau                           11:9     7
Mengersgereuth-Hämmern/Sonneberg-West       7:4     6
SG Veilsdorf/Heßberg                                       8:7     4
SG Hildburghausen/Reurieth                             5:11    0

Vorrunde B:
Eishausen/Streufdorf – Lauscha/Neuhaus        3:2
Themar – Heldburg/Westhausen                     2:3
Eishausen/Streufdorf – Themar                      2:3
Heldburg/Westhausen – Lauscha/Neuhaus       2:0
Lauscha/Neuhaus – Themar                           0:2
Heldburg/Westhausen – Eishausen/Streufdorf  4:2

SG Heldburg/Westhausen     9:4     9
TSV 1911 Themar                7:5     4
SG Eishausen/Streufdorf      7:9     3
SG Lauscha/Neuhaus           2:7     1

Halbfinale:
Schleusingen – Themar 9:8 nach Neunmeterschießen (4:4)
Heldburg – Mengersgereuth-Hämmern 4:0

Spiel um Platz 7: Hildburghausen/Reurieth – Lauscha/Neuhaus 2:3 nach Neunmeterschießen
Platz 5: Veilsdorf/Heßberg – Eishausen/Streufdorf 4:5 nach Neunmeterschießen
Platz 3: Themar – Mengersgereuth-Hämmern/Sonneberg-West 2:1
Finale: Schleusingen/Waldau – Heldburg/Westhausen 4:3 nach Neunmeterschießen (2:2)

Bester Torschütze: Andreas Klose (Schleusingen/Waldau) 8 Treffer
Bester Torwart: Nico Wäschenfelder (Heldburg/Westhausen)
Bester Spieler: Tobias Schippel (Themar)

Schiedsrichter: Mike Ettlinger (Reurieth) und Heiko Elle (Stressenhausen)

Schleusingen/Waldau: Enders - Fleischmann, Man. Reckihn (1), Klose (8), Krauß (1), C. Zetzmann (4), Heerlein, Förster (2), S. Stüß (1)


Quelle: Freies Wort vom 18.02.2020

 

hinten v.l.n.r.: Fleischmann, Förster, Heerlein, Krauß, Stüß

vorne v.l.n.r.: Zetzmann, Reckihn, Enders, Klose

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